Die Koto-Werkstatt

Dem Meister über die Schulter geschaut

Bei unseren Spaziergängen bieten wir für diejenigen, die Interesse an klassischen, japanischen Instrumenten haben, Touren zu der Ladenwerkstatt der Familie Kaneko in Tokyo an, in der Kotos gestimmt und reapariert sowie zum Verkauf werden. Hergestellt werden die Wölbbrettzittern in Nordjapan. Einige der bekanntesten Koto-Spieler des Landes beziehen ihre Instrumente bei der Traditionswerkstatt und auch einige Spieler aus Europa sind dort Kunden.

 

Der Chef erläutert, dass die Herstellung des Zupfinstrumentes etwa eine Woche dauert. Man stellt es aus dem Holz der Kaiser-Paulownie (Kiri 桐), auch Blauglockenbaum genannt, her. Früher wurde oft das Holz aus Aizu in Nordjapan verwendet. Da jedoch nicht genügend Bäume gezüchtet wurden, stammt das Holz heute oft aus Indien oder China. Es hat eine Länge von 180 Zentimetern und ist 25 Zentimenter breit und die Form wird mit der eines Drachen verglichen. So heisst der keilförmige Einsatz, der am hinteren Rand des Instruments eingesetzt wird, Drachenschwanz. Dieser ist zumeist aufwendig mit Motiven oder Mustern verziert. Früher wurde er oft aus Elfenbein gefertigt, heute aus dem edlen roten Sandelwood (Koki 紅木), welches aus China importiert wird. Da es jedoch immer seltener wird, wird es kaum noch exportiert und die Koto-Bauer haben Schwierigkeiten, es zu beziehen.

 

Der Preis für ein Übungsinstrument beginnt bei 500 Euro. Nach oben hin ist die Preisskala offen. In der Regel ist eine Koto mit 13 Saiten, die über verstellbare Brücken gespannt werden, ausgestattet. Es gibt unterschiedliche Saitenarten. Besonders dicke Saiten erzeugen, wie ein Bass, tiefe und die dünnen, hohe Töne. Saiten aus Naturmaterial sind teuer und kurzlebig. Deshab kommen überwiegend strapazierfähigere aus Kunststoff zum Einsatz. Durch das Verstellen der Brücken kann die Tonlage eingestellt werden. Es wird mit drei Plektren, die über Daumen, Zeige- und Mittelfinger gestülpt werden, gespielt.

 

In der kleinen Werkstatt der Familie Kaneko können Sie dem Hausherren bei der Arbeit zusehen und auch selbst einmal ein Instrument ausprobieren. Er wird ihnen einige Stücke von bekannten Koto-SpielerInnen auf seinem Smartphone vorspielen und Geschichten erzählen, z.B. über die Musikerinnen, der Wagakki-Bando, die heute zu den populärsten Interpreten traditoneller Musik gehören. Er hatte sie bereits mit Instrumenten ausgestattet, als sie noch völlig unbekannt waren.

 

Dieser Ausflug, der Ihnen einen Einblick in die traditionelle japanische Musikwelt gibt, wird Ihnen bestimmt noch lange in positiver Erinnerung bleiben. Falls Sie Lust bekommen haben sollten, ein Koto-Konzert zu besuchen, können wir Ihnen Termine und auch Tickets vermitteln.

 

 

Dies ist eine der außergewöhnlichen Touren, die in dem Buch „111 Orte in Tokio, die man gesehen haben muss“ von Christine Izeki und Björn Neumann vorgestellt werden.

Weitere interessante Berichte zu den Touren finden Sie in unserer Blogübersicht 111 Orte in Tokio, die man gesehen haben muss

Eine Übersicht von aktuellen Reisen bei denen Sie die Touren optional hinzubuchen können finden Sie hier: Tokyo Reisen