Das Fest der Jungen

Falls Sie Ende April / Anfang Mai nach Japan reisen, sollten Sie sich nicht entgehen lassen, die im Wind flatternden Karpfenfahnen zu bestaunen. Nicht nur an Häusern von Familien,welche Söhne haben, werden „Koinobori“ bis zum Knabenfest (5. Mai) gehisst, sondern auch über Flüsse, auf Berggipfeln und an vielen anderen öffentlichen Plätzen.

Der Karpfen ist ein starker Fisch, der gegen den Strom schwimmen kann. Diese Kraft wünscht man auch seinem Sohn. Aus diesem Anlass stellen Familien die Fahnenstangen vor ihren Häusern auf. Daran hängen mehrere Windsäcke unterschiedlicher Größe. Die größeren symbolisieren die Eltern und die kleineren die Jungen der Familie. Traditionell vertritt der schwarze Karpfen den Vater und der rote die Mutter. Früher wurden nur die Jungen eines Hauses mit einem kleinem Karpfen bedacht. Das hat sich inzwischen geändert. Auch die Mädchen bekommen ihren Koi. In der letzten Zeit sieht man immer häufiger äußerst farbenfrohe und auch gemusterte Windfahnen, bei denen vom traditionellen Farbschema abgewichen wurde.

Manche Gemeinden in Japan sammeln die ausgedienten Windfahnen, um damit Festivals zu veranstalten. Eines der größten in der Nähe von Tokyo finden Sie in der Präfektur Kanagawa. In Sagamihara werden um die 1.200 Karpfen über den Sagami-Fluss gespannt. Den Weg in der Nähe des Ufers säumen zahlreiche Buden, die Snacks, Getränke und anderes zum Verkauf anbieten. Das größte Karpfenfestival in Japan finden Sie in Tatebayashi in der Präfektur Gunma. Es wurde bereits im Jahr 2005 mit seinen 5.283 Windsäcken im Guiness-Buch der Rekorde erwähnt. Unter dem Tokyo-Tower und an vielen anderen Orten in der Metropole werden sie ebenfalls fröhlich im Wind flatternden Karpfen begegnen.
 

Falls Sie während Ihres Japan-Aufenthaltes mal an einem Tag schlechtes Wetter haben sollten, wie wäre es dann, wenn Sie in den großen Kaufhäusern oder in einem Spezialgeschäft die Zierhelme bewundern, die dort zum Fest der Jungen angeboten werden?

Weitere Tipps zum Festival der Jungen erhalten Sie bei “Unterwegs in Asien”.